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Eine mail aus Sarajevo
Hallooo Meinolf!
Ich hab dir versprochen einen Brief zu schreiben, und das mache ich gerne. Ich bin noch immer sehr beeindruckt von unserem diesjährigen Friedenscamp in Bosnien, meiner Heimat. Ehrlich gesagt, ich hab nicht erwartet, dass ich in dem kleinen Vogošća den Sinn meines Lebens entdecken würde. Ich fühle mich so beruhigt und bin nicht mehr so unzufrieden wie früher - obwohl sich meine Situation nicht verändert hat. Aber in all den Fragen und Sorgen, die mich bewegen, werfe ich immer wieder einen Blick zum Himmel und frage Jesus (genauso wie du): "Was soll ich jetzt machen?" Er gibt mir immer Antwort in seinem Evangelium und beim Beten. Manchmal hab ich Angst, dass diese "connection" zwischen mir und Jesus nicht so lange halten wird, aber tief in mir steckt ein Licht und ich glaube, dass Jesus immer wieder kommt, um mich zu besuchen und um dieses Licht noch stärker werden zu lassen, auch wenn ich nicht so geduldig bin.
Ich werde alles geben, das Evangelium in meinem Leben zu bewahren. Ich weiß jetzt, dass ich das nur durch meine konkret gelebte Liebe jedem Nächsten gegenüber zeigen kann. Klar, es gibt noch viel Dinge in meinem Leben, die ich verbessern kann. Ich hoffe nur, dass ich wirklich meinen Friedensweg weiter leben kann und in jedem Menschen neue Gelegenheit finde, wirklich zu lieben, so wie es auch der heilige Franziskus gemacht hat.
Mein Kapital bei Gott ist größer geworden. Mein Weg zu und mit Gott, ist durch den Friedensweg, den wir gelebt haben, viel lebendiger geworden. Ich hatte vor unserem Camp viel Energie verloren. Und dann kamst du mit 30 wunderbaren Leuten aus Deutschland und Tschechien und in unserem Zusammensein mit den 60 Leuten und den kleinen Tagesmottos zeigtest du mir immer neu, wie ich jeden Augenblick kostbar machen kann und wie ich andere Leute mit meinen kleinen Schritten glücklich machen kann. Danke dir!
LG aus Sarajevo! ***